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Donnerstag, 20.12.2007

20.12.07 KRM-Stellungnahme zu der vom BMI veröffentlichte Studie zum Thema „Muslime in Deutschland“



Mit Blick auf die vom BMI veröffentlichte Studie zum Thema „Muslime in Deutschland“ von Prof. Wetzel fordert der KRM-Sprecher Bekir Alboga „einen behutsamen und nicht einseitigen Umgang mit den Ergebnissen dieser Studie“.

„Die Einstellung von jungen Muslimen zu Demokratie und Rechtsstaat unterscheide sich nicht signifikant von Nichtmuslimen. Die ist eines der wichtigsten Ergebnisse“ dieser Arbeit, so der KRM-Sprecher heute in Köln.

Ähnlich verhalte es sich mit Vorurteilen und Intoleranz: Größere Unterschiede des Ausmaßes religiöser Intoleranz zwischen jugendlichen Muslimen und einheimischen Nichtmuslimen seien nicht nachweisbar (S.495).

Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble schreibt in seinem Vorwort von einem „ernstzunehmenden islamistischen Radikalisierungspotenzial". Nicht erwähnt wird dabei, dass sich die Größe dieses Potentials nicht von der des nichtislamischen unterscheidet.

Auch sind demokratiefeindliche Einstellungen etwa gleich verteilt bei Muslimen und anderen Deutschen. Daraus lässt sich, wie wir immer schon gesagt haben, nicht schließen, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit fördert.

„Wir sind weiterhin vom Gegenteil überzeugt: Das richtige Verständnis vom Islam macht den Muslim gegenüber Extremismus immun, weil der Islam Radikalität ablehnt und sein richtiges Verständnis das Vertrauen in eine demokratische Gesellschaft stärkt und fördert“, sagte Alboga.

Aktionen und Arbeiten zur Immunisierung der Muslime in Deutschland gegenüber extremes Gedankengut gehören seit Jahren zu den existentiellen Arbeiten der muslimischen Verbände. „Bisweilen sind wir selber Opfer von diesem nicht auf den Islam zurückzuführenden Irrweg, wie jüngst das weltweit ausgestrahlte Hassvideo der "Globalen Islamischen Medienfront" (GIMF) gezeigt hat“ folgert der KRM-Sprecher weiter und unterstreicht:
„Wir leisten diese Arbeit seit Jahren und tun dies auf der Basis eines friedlichen Islam, der von der überwältigenden Mehrheit der Muslime hierzulande vertreten wird.“

12 % der „muslimischen Wohnbevölkerung“ werden von der Studie als „islamisch autoritativ“ genannt. D.h. im Umkehrschluss sind mind. 88 % der Muslime in Deutschland demokratie-bejahend. Die Studie geht von 40% Muslimen aus, die eine enge religiöse Bindung (z.B. Moscheebesuch) haben. Wenn man den von der Studie erstellten autoritativen Teil davon abzieht, bleibt immer noch der große Teil von 28 % übrig, der eindeutig sich zu dieser Gesellschaft bekennt und demokratiebejahend ist.

„Auf diesen für alle sichtbaren und praktischen Anknüpfungspunkt hin, der die Stärkung unserer Demokratie und Zivilgesellschaft ins Auge fasst, sollte zukünftig mehr geforscht, mehr gesellschaftlich „investiert“ und „produziert“ werden, fordert Alboga. „Diese sich in der Mehrheit befindliche Gruppe unter den Muslimen sollte unser aller Unterstützung erfahren und nicht auch noch marginalisiert werden“.

Nahezu ausgeblendet im bisherigen Presseecho über die Studie, obgleich sie darauf eingeht, werden Zusammenhänge zwischen sozio-ökonomischen Beweggründen, das überdurchschnittliche Bildungsdefizit und die eigenen Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen unter den Migranten und Muslimen und ihr sich daraus ergebenes Abgrenzungsverhalten, ihre Vorurteile und bisweilen extreme und extremistischen Einstellungen gegenüber der deutschen Gesellschaft.

Bekir Alboga bedauert zudem: „Leider zeigt die Studie dabei nicht auf, wie man mit Muslimen und ihren Verbänden als Bündnispartner gemeinsam gegen Extremismus und Radikalisierungstendenzen vorgehen kann. Sie schweigt sich aus, wie man präventiv mit den Muslimen zusammen Integrationsprogramme entwirft, die zur Stabilisierung unserer Demokratie beiträgt und wie man um nachhaltiges Vertrauen unter den Muslimen für unsere zivile Gesellschaft in Deutschland wirbt“.

Köln, 20.12.07


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