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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Donnerstag, 08.12.2005

08.12.05 Offenener Brief des Zentralrates der Muslime in Deutschland an die Entfüher im Irak



Offener Brief
An die Entführer von
Frau Susanne Osthoff und ihrem Fahrer

Friede demjenigen, der der Rechtleitung folgt!

Frieden ist der Gruß der Gläubigen auf Erden. Mit dem Friedensgruß werden sie von den Engeln im Paradies begrüßt.
Haben Sie ihre Geiseln mit dem Friedensgruß begrüßt? Wohl kaum, steht Ihre Tat doch im Widerspruch zu dem Friedensgedanken und dem Islam.
Welche Beweggründe haben Sie wohl zu dieser Tat veranlasst?

Patriotismus und Liebe zum eigenen Land?
Sie haben wahrlich Ihrem Land und dem Arabertum durch die Entführung einer Person, die ihre Verbundenheit mit dem Irak, seiner Geschichte und Kultur eng verbunden ist und diese immer in Schutz genommen hat, keinen Dienst erwiesen. Sie haben die arabische Tradition mit Füßen getreten, indem Sie eine wehrlose Frau entführt haben, die trotz aller Gefahren Ihrem Land gedient hat. Den arabischen Anstand haben Sie verlassen, indem Sie eine Frau terrorisierten, die Kindern, Frauen und Greisen unter Lebensgefahr mit Medikamenten Jahr für Jahr versorgt hatte.
Soll Ihre Botschaft für diejenigen, die dem Irak Dienst erweisen, die sein, dass sie damit rechnen müssen, von Irakern entführt und terrorisiert werden?

Wollen Sie politischen Druck gegen Deutschland üben?
Und warum gerade Deutschland? Ist das Ihre Dankbarkeit für die deutsche Bevölkerung, die gegen den Angriffskrieg im Irak demonstriert hat, und für die deutsche Regierung, die eine militärische Beteiligung trotz massivem Druck und unter Inkaufnahme eigener Interessennachteile abgelehnt hat, und deren jetzige Regierung auch heute noch sich daran hält? Ist die Ausbildung der Polizeikräfte im Irak nicht ein Beitrag zum Schutz von Leib, Leben und Vermögen der irakischen Bevölkerung?
"Ist der Lohn des Guten nicht ebenfalls das Gute?" (Koran 55/60)

Oder ist es etwa der Islam, der Sie dazu führt?
Bei Gott, Sie haben mit Ihrer Tat dem Islam und den Muslimen Schaden zugefügt, den Islam missbraucht und seine Lehre missachtet. Diese lehrt uns nämlich: "Und trachte nicht nach Unheil auf der Erde, denn Gott liebt nicht die Unheilstifter." (Koran 28/77) Sollten Sie Muslime sein, so folgen Sie dem Gebot Gottes: " Gott gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten(Gutes) zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit." (Koran 16/90) Ihnen gilt die Warnung des Gesandten Gottes: "Wer einem Vertragstreuen Unrecht tut, den verklage ich am Jüngsten Tag." Und seine Warnung: "Gott der Erhaben wird diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die andere Menschen auf Erden quälen." Und bedenken Sie auch seine Warnung: "Wer einen Vertragstreuen tötet, der wird den Duft des Paradieses nicht zu spüren bekommen."

Oder ist es Habgier und erpresserische Bereicherungssucht?
Wie können Sie sich erlauben, die Würde dieser beiden Menschen aus solch niedrigen Beweggründen zu verletzen und sie zu terrorisieren? Sie verletzen die Würde und die Ehre, die Gott jedem Menschen zuspricht: "Und Wir haben die Kinder Adams geehrt." (17/70) Sie gefährden wegen eigener finanzieller Bereicherung das Leben eines Menschen, der unter dem Schutz Gottes und der Lehre Seines Gesandten steht und deshalb den Schutz des gesamten irakischen Volkes genießen sollte.


Sollten diese Worte Ihr Gewissen ansprechen, so müssen Sie die Geiseln unverzüglich und bedingungslos freilassen und Gott für das, was Sie gegen Ihn, den Islam, die Muslime, das liebe irakische Volk und die Menschlichkeit verbrochen haben, um Vergebung bitten.

Sollte aber dieser Appell an Ihre Menschlichkeit, Barmherzigkeit und an Ihr muslimisches und arabisches Gewissen ungehört bleiben, so bitte ich Sie, sich zu melden und mit den deutschen Verantwortlichen in Verhandlung zu treten. Auch für diesen Fall bitte ich Sie, einem Geiselaustausch zuzustimmen.

Um Schaden von den schuldlosen Geiseln, dem Ruf des Islam und dem gesellschaftlichen Frieden in Deutschland abzuwenden, stelle ich mich selbst als Austauschgeisel zur Verfügung.

"Und es wird das eintreffen, was Gott der Erhabene vorbestimmt hat."


Eschweiler, 7. Dezember 2005
Nadeem Elyas






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