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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Donnerstag, 20.02.2020

20.02.2020 ZMD zu dem Terroranschlag in Hanau



Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt diesen fürchterlichen und hasserfüllten rechtsextremistischen Terroranschlag von Hanau aufs Schärfste.
In diesen Stunden sind unsere Gebete, Gedanken und Trauer bei den Opfern und Hinterbliebenen. Dies ist ein schrecklicher Tag für unser Land, für uns Muslime, Möge Gott unser Land vor dem Übel und den Übeltätern schützen.

Der Terorrist von Hanau mag vielleicht ein Einzeltäter gewesen sein, aber seine mörderische, rassistische Ideologie ist beileibe kein Einzelfall und steht nicht alleine dar, wie auch die erschreckenden Wahlergebnisse zeigen und wie Faschisten in rechtsradikalen Parteien in unserem Land beinah täglich beweisen. Mölln, Solingen, Rostock-Hoyerswerda, Marwa El-Sherbini, die NSU-Mordserie, Lübcke, Halle, ganz zu schweigen Christchurch, Oslo, Pittsburgh u.a. im internationalen Kontext, haben eine lange Blutspur auch in Deutschland hinterlassen.

Dazu sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek heute in Berlin:

"Diejenigen, die Muslimfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus weiterhin nicht klar benennen oder gar verharmlosen, machen sich mitschuldig an der blutigen Gewalt gegen Minderheiten und fördern den Faschismus in unserem Land. Leider fühlen sich rechtsradikale Terroristen durch die jahrzehntelange Untätigkeit der Politik und Sicherheitsbehörden hinsichtlich des Schutzes der deutschen Muslime und Minderheiten, in Folge der diffamierenden Berichterstattungen in den Medien über den Islam und Migranten, ermutigt derartig  mörderische Taten zu verüben". Wie viele im Lande fragt sich der ZMD: Wieviel unschuldig Getötete, wieviel gewaltsame Angriffe, wieviel Brandanschläge, wieviele Bombendrohungen, wieviel Mordaufrufe gegen Migranten und muslimische Repräsentanten muss es eigentlich noch geben, bevor Polizei und Sicherheitsbehörden wirksam Muslime, Moscheen, Migranten und ihre Einrichtungen schützen? Alleine in den letzten Tagen hat es wieder ein halbes Dutzend Bombendrohungen gegen Moscheen gegeben und es wurde eine rechtsradikale Terrorgruppe ausgehoben.

"Ich fordere die Innenbehörden, die Innenminister und Innenministerkonferenz erneut und eindringlich auf, unsere Gotteshäuser sichtbar und qualitativ zu schützen, dies gilt ebenso auch für muslimische Repräsentanten. Nur auf diese Weise kann das Vertrauen in den deutschen Staat wieder hergestellt werden," so Mazyek weiter. Abschließend stellt er klar: "Nach dem gestrigen Terror rufe ich die Muslime in Deutschland auf erhöht wachsam zu sein und zudem zusätzlich eigene Schutzmaßnahmen für sich, ihre Familien und Gotteshäuser und Einrichtungen zu ergreifen".

Zum morgigen Freitagsgebet werden die Muslime in den Moscheen für die Opfer beten und Bittgebete für die Sicherheit in unserem Land aussprechen, Sie werden sich aber auch die bohrende Frage stellen, ob der Politik und den Sicherheitsbehörden der Schutz seiner deutschen  Muslime wichtig ist.

Berlin, 20.02.2020 / 26. Jumada ath-Thani 1441


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