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Dienstag, 06.02.2018

06.02.2018 ZMD-Moschee in Halle von Unbekannten beschossen



Anhaltenden Übergriffe auf Moscheen in Deutschland - Wehrhafte Demokratie muss seine Bürger schützen

Am Freitag, den 02. Februar 2018 kam es zu einem erneuten und äußerst besorgniserregenden Übergriff auf eine Mitgliedsmoschee des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), dem Islamischen Kulturzentrum in Halle.
Das Gotteshaus und die Gläubigen wurden von bisher unbekannten Tätern beschossen. Der oder die Täter befanden sich möglicherweise in einem benachbarten Hochhaus. Ein 34-jähriger Besucher der Moschee wurde durch den Schuss an der Hand verletzt, als dieser während eines Deutschkurses in der Moschee in der Pause nach draußen ging. Wie der Hausmeister der Moschee bekannt gab, wurde die Moschee bereits eine Woche zuvor schon einmal beschossen.

Das Islamische Kulturzentrum Halle war in den vergangenen Jahren häufig Zielscheibe von islamfeindlichen Angriffen, u.a. 2015, als ein männlicher Täter in Begleitung zweier Frauen in der Nacht Scheiben der Gemeinde einschlugen, weitere Schäden an der Moschee anrichteten und dabei rechte Parolen riefen. Die Moscheegemeinde erlebt zudem auch anhaltende Schikane: Wände werden beschmiert, es wird bewusst laut getrommelt und Lärm verursacht, um die Muslime beim Gebet zu stören. Zuletzt wurden beim Opferfestgebet 2017 und zu Freitagsgebetszeiten mehrfach polnische Böller in eine Gruppe von Betenden geworfen. Die Vorfälle wurden zur Anzeige gebracht.

Der ZMD ruft eindringlich die sachsen-anhaltinische Landesregierung dazu auf, endlich ausreichend für die Sicherheit der Moscheegemeinde in Halle und andernorts sowie der in Sachsen-Anhalt lebenden Muslime zu sorgen und einen beständigen Schutz zu gewährleisten. „Nichts mehr als das Menschenrecht der Freiheit der Religionsausübung steht auf dem Spiel und alle demokratischen Kräfte müssen sich zusammentun, um diesen Angriffen auf unsere Gesellschaft entschlossen entgegenzutreten“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek dazu.

Zudem beklagt Mazyek weiter: „Unsere Moscheen scheinen nicht mehr sicher zu sein angesichts der zunehmenden Zahl der Anschläge in unserem Land. Beinahe jede Woche gibt es neue Moscheeübergriffe. Der Staat muss sich wehrhaft zeigen, denn viele Muslime sind verunsichert. Um das Vertrauen in unsere staatlichen Organe nicht weiter zu beschädigen, erwarten wir die Ergreifung konkreter Maßnahmen der Politik“. Der ZMD fordert zudem von den rechten Parteien und Organisationen wie Pegida, dass sie sich klar und unmissverständlich von diesen und ähnlichen Angriffen distanzieren. Erst kürzlich hatte sich ein bekannter Pegida-Aktivist in Dresden zu dem Bombenanschlag auf eine Dresdener Moschee bekannt.

Berlin, 06.02.2018


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