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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Mittwoch, 01.07.2015

30.06.2015 ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan hielt in ihrer Funktion als KRM-Sprecherin die muslimische Rede (hier abrufbar) zum Iftar in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel - ZMD mit mehreren Mitgliedern vertretenl - Einladung von Staatsministerin Aydan Özoğuz (SPD) in der Villa Borsig zu Berlin



Erstmalig hat die Bundeskanzlerin an einem Iftar mit den Religionsgmeinchaften in Deutschland teilgenommen. Eingeladen waren etwa 40 Gäste, Vertreter der islamischen, christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften. Zudem die religionspolitischen Sprecher aller Fraktionen im Bundestag, sowie einige muslimische Einzelpersonen und eine handverlesene Auswahl von Journalisten.

Aiman Mazyek, ZMD-Vorsitzender, bedankte sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatsministerin Aydan Özoğuz für die Einladung, die damit ein wichtiges und wertvolles Zeichen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft entsandten. Der ZMD war als Verband neben der Generalsekretärin Nurhan Soykan, die als Sprecherin des KRM fungierte, gleich mehrfach vertreten: die ATIB (Union der Türkisch-lslamischen Kulturvereine in Europa e.V) und zum anderen die Union der Islamisch Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD).

In ihrer Rede hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen. Bei einem Empfang in Berlin bekräftigte sie zudem: „Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.“

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Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Frau Staatsministerin,
sehr geehrter Herr Landesbischof,  
sehr geehrter Herr Alois Glück,
sehr geehrter Herr Dr. Josef Schuster,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Geschwister,
Guten Abend und assalamu alaikum, Friede sei mit Ihnen,
im Namen der Muslime in Deutschland danke ich der Staatsministerin Aydan Özoguz ganz herzlich für die Einladung zum heutigen Iftar.

In den letzten Jahren hat sich der schöne Brauch etabliert, dass Muslime Nichtmuslime zu ihren Iftaren  einladen und mittlerweile auch Parteien, Landtagspräsidenten und Kirchen Iftare organisieren.
Aber heute ist ein historischer Tag, denn zum ersten Mal lädt  eine muslimische Staatsministerin die Muslime zum Iftar ein, noch dazu im Beisein der Bundeskanzlerin.

Das zeigt, dass wir in Deutschland ein großes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut haben und dass die Muslime ein Teil Deutschlands sind, auch wenn es noch viele Baustellen gibt, an denen wir arbeiten müssen, wie z.B. die Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften, die Herstellung der Chancengleichheit im Schul- und Arbeitsleben, die Bekämpfung der Islamfeindlichkeit etc.
Diese Einladung ist für uns ein Zeichen großer Wertschätzung und der Zusammengehörigkeit,  das inschaallah, so Gott will, auch positive Signale in die Gesellschaft senden wird.

Darin sehe ich auch eine Würdigung der jahrzehntelangen Arbeit der muslimischen Religionsgemeinschaften, die aus eigener Kraft heraus, mit Spenden und einer Schar von Ehrenamtlichen Immenses geleistet haben.

Sie haben in friedvoller Weise Millionen von Muslimen hunderte von Moscheen zur Verfügung gestellt, für Imame gesorgt, jeden Tag Gemeinschaftsgebete durchgeführt und für die Bildung der Kinder und Erwachsenen gesorgt. Sie haben ihnen einen Zufluchtsort geboten, wenn sie in Bedrängnis waren und sie mit sozialen Angeboten unterstützt. Sie haben einen Anteil daran, dass die überwältigende Mehrheit der Muslime friedliebende und aktive Bürger sind.
Sie sind ein Bollwerk gegen Radikalisierung und bauen Brücken zu anderen Gesellschaftsgruppen. Damit tragen sie zum gesellschaftlichen Frieden bei.

Das haben wir nicht zuletzt bei unserer Mahnwache am Brandenburger Tor gezeigt, an der die meisten von Ihnen, allen voran unser Bundespräsident und unsere Bundeskanzlerin, teilgenommen haben. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Tunesien und Frankreich gilt es diesen Zusammenhalt weiter zu stärken.
Muslime sind heute in allen Gesellschaftsschichten präsent und in immer mehr Berufszweigen, ja sogar als Ministerinnen. Die Muslime in Deutschland gestalten die Gesellschaft mit und gehören dazu. Mit solchen Gesten, wie dem heutigen Iftar, signalisieren Sie uns,  dass Sie das ebenso sehen.

In den 60iger Jahren noch selbst Fremde, kümmern sich heute Muslime gemeinsam mit Engagierten anderer Religionen  um  Flüchtlinge. Auch wenn wir nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen verfügen, um diese Arbeit so professionell leisten zu können, wie andere soziale Einrichtungen, arbeiten wir daran. Die Deutsche Islamkonferenz unterstützt uns dabei. Dafür danke ich Ihnen, Frau Bundeskanzlerin.

Wir Muslime sind bereit, Verantwortung für Deutschland zu übernehmen, denn Deutschland ist unsere Heimat.

Möge Allah uns einen friedvollen und gesegneten Ramadan bescheren.
Vielen Dank.


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