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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Samstag, 12.04.2003

12.04.03 Gestern Abend erinnerte ein ökumenischer Gottesdienst in der Berliner Französischen Friedrichstadtkirche an die Opfer des Brandanschlags. An der von der Reisegesellschaft TUI organisierte Veranstaltung nahm auch die Bundsjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) teil



Vor einem Jahr fanden auf Djerba 21 schuldlose Menschen den Tod, weil andere irregeleitete Menschen sich zu ihrer Ermordung berufen fühlten. Sie glaubten, sich und ihre Religion für Ungerechtigkeiten dritter in Palästina rächen und ein Zeichen auf Djerba setzen zu müssen. Für einen Teufelkreis der Grausamkeit, der Sinnlosigkeit und des Verbrechens setzten die Attentäter Zeichen mit ihrem Verbrechen auf Djerba, im Gegensatz zu dem Zeichen, das unsere Vorfahren dort durch die Errichtung der Synagoge gesetzt hatten und das für Achtung, Toleranz und Menschlichkeit spricht.

Überall in der islamischen Welt zeugen historische Kirchen und Synagogen für ein jahrhundertlanges friedliches und respektvolles Zusammenleben der Kulturen und Religionen. Besonders Juden und Christen genießen in der islamischen Lehre und genossen in der islamischen Geschichte hohes Ansehen, Religionsfreiheit, ja sogar eigene Rechtsautonomie.

Der Islam verbietet nicht nur die Antastung ihrer Gotteshäuser, er verpflichtet sogar die Muslime, diese unter dem Einsatz des eigenen Lebens zu schützen. Der Koran rechtfertigt diesen hohen Einsatz mit den Worten: "Und wenn Gott nicht die einen durch die anderen abgewehrt hätte, so wären fürwahr Mönchsklausen, Kirchen, Bethäuser und Gebetsstätten zerstört worden, in denen Gottesname häufig genannt wird." (Koran 22/40)

Der Islam verbietet nicht nur die Ermordung eines jeden Menschen, er ahndet dieses verbrechen im Diesseits und im Jenseits. Der Prophet Muhammad - Friede sei mit ihm - mahnt die Muslime: " Wer einem Vertragspartner - sprich einem Juden oder einem Christen - Schaden zufügt, den werde ich am Jüngsten Tag verklagen."

Der Islam verbiete nicht nur die Antastung der Würde eines Jeden, die islamische Lehre verpflichtet sogar zum würdevollen Umgang mit den Gebeinen verstorbener Juden und Christen.

Der Islam verbietet nicht nur Verderben und Vernichtung: "Tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat. Und trachte nicht nach Unheil auf der Erde, denn Allah liebt nicht die Unheilstifter." (Koran 28/79), er betrachtet jede Wohltat an der Menschheit als eine Wohltat an Gott selbst.

Nein .. die Attentäter von Djerba haben sich nicht nur von jeglicher Menschlichkeit verabschiedet, sie haben damit den eigenen Glauben verraten und die Lehre der eigenen Religion missbraucht.

Ihre Tat ist von der Allgemeinheit der Muslime verurteilt worden.
Genauso wurde von uns zuvor die Schändung jüdischer Friedhöfe in Deutschland, den Anschlag auf den evangelischen Kindergarten in Lübeck und den Brandanschlag auf das Haus der Familie Genc mit acht muslimischen Todesopfern in Solingen verurteilt.

Auch weltweit wurde von uns die Verfolgung nichtmuslimischer Minderheiten in islamischen Ländern verurteilt, wie wir auch die Verletzungen der Menschenrechte des palästinensischen Volkes verurteilt haben.
Das Niederreißen der Babri Moschee in Ayodhya durch Buddhisten wiegt in unseren Augen nicht verabscheuungswürdiger als die Ermordung betender Christen zu Weihnachten in einer evangelischen Kirche in Punjab.

Solche Verbrechen sind zu ächten und zu verurteilen, gegen wen sie sich auch immer richten mögen und von wem sie immer verübt werden sollten.
Opfer sind immer wir alle.
Schaden fügen sie immer der gesamten Menschheit zu.
Schande bringen sie immer denjenigen, die dies zu rechtfertigen versuchen.

Wie oft stellten sich einige ihre blutigen Taten heilig und gottgefällig vor, entweihten dabei jedoch alles Heilige und Göttliche!
Wie oft glaubten einige in göttlicher Mission handeln zu müssen, missbrauchten aber dabei den Namen Gottes und zerstörten damit die Fundamente ihres Glaubens!
Wie oft meinten manche, anderen Menschen zu ihren Rechten verhelfen zu müssen, wobei sie sämtliche Menschenrechte außer Acht ließen!
Wie oft gaben manche an, anderen Völkern zu ihrem Recht mit Macht und bewaffneter Gewalt bringen zu wollen, und traten dabei sämtliche Prinzipien des Völkerrechts mit Füßen!

Wir trauern daher um die Opfer des Djerba-Attentats und bedauern, dass der Islam für diese Tat missbraucht wurde.
Wir bedauern alle Schändungen der Gotteshäuser überall in der Welt und dass Werte sämtlicher Religionen dafür missbraucht wurden.
Wir trauern um die zivilen Opfer des Angriffs gegen den Irak unter den hilflosen Kindern, Frauen und Männern und trauern gleichzeitig um das Völkerrecht, das dafür geopfert wurde.

Gänzlich zu verhindern werden solche Verbrechen, wie sie in Djerba begangen wurden, nie sein.
Wir können jedoch durch unsere deutliche Distanzierung die Abgrenzung aller friedliebenden Menschen von diesen Verbrechern kundtun.
Wir können durch unsere gemeinsame Verurteilung eine beabsichtigte Frontenbildung zwischen den Religionen und Kulturen verhindern.
Wir können durch unser gemeinsames Auftreten für Frieden, Recht und Gerechtigkeit erreichen, dass wir diesen Idealen immer näher kommen.

Die Synagoge von Djerba wird trotz dieser verbrecherischen Tat immer ein Zeichen für zivilisiertes, friedliches und respektvolles Zusammenleben aller Gläubigen bleiben.
Die Opfer von Djerba werden uns immer ein Mahnmal gegen Terror und Gewalt sein.




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