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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


Selbstdarstellung

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist eine Dachorganisation von derzeit 28 muslimischen Dachorganisationen und umschließt auch Einzelmitglieder.

Der ZMD, vormals als "Islamischer Arbeitskreis" wurde 1987 gegründet und umfasst heute neben Zivilorganisationen rund 300 Moscheegemeinden. Die Zusammensetzung des ZMD bildet die ganze Vielfalt der Muslime in Deutschland ab. So sind im ZMD Türken, Araber (Marokkaner), Deutsche, Albaner, Iraner, Afrikaner und Bosnier u. v. a. m. sowie Sunniten und Schiiten integriert, was sich auch im theologischen Sinne niederschlägt. Die Vereinssprache ist deutsch. Vorstand und Gremien besitzen einen beträchtlichen Frauenanteil – etwa ein Drittel. Ein Beirat aus Personen wie z.B. Yusuf Islam, Murad Wilfried Hofmann, Bodo Rasch oder Nadeem Elyas u.a., arbeiten dem Vorstand zu.

Der ZMD und seine Mitglieder betrachten sich als Teil dieses Landes und dieser Gesellschaft. Wir sind hier beheimatet. Die Integration des Islam und der Muslime in die deutsche Staatsordnung und die Gesellschaft ist eine unserer größten Herausforderungen und Anliegen. Deswegen schickte sich der ZMD an seine Satzung und Struktur dem föderalen Gegebenheiten des Landes anzupassen. Inzwischen haben wir in Hessen und NRW unsere ersten Landesverbände gegründet, weitere werden folgen. Zudem gibt es die Landesbeauftragten für Niedersachsen, Rheinlandpfalz, Bayern und für die neuen Bundesländer. Als Teil des deutschen Volkes in Deutschland fühlen wir uns allen Problemen und Themen der Gesamtgesellschaft gegenüber verpflichtet, das gilt auch für Deutschlands Geschichte und sein Selbstverständnis als Staat in der Welt.

Darüber hinaus fördern wir den Zusammenhalt und die Solidarität unter den Muslimen und bilden so eine Gemeinschaft im weitesten Sinne. Der ZMD ist immer der Einheit der Muslime verpflichtet gewesen und ist   deswegen auch Gründungsmitglied des Koordinationsrates der Muslime (KRM).

Wir achten darauf, dass wir sowohl von ausländischen Regierungen als auch von irgendwelchen Ideologen und Bewegungen unabhängig bleiben und auch nicht von irgendwelchen Interessengruppen und Parteien vereinnahmt werden. Die Finanzierung des ZMD beruht denn auch auf Mitgliedsbeiträgen und privaten Spenden.

Unser Verhältnis zu Staat und Gesellschaft haben wir im Jahre 2002 in unserer Islamischen Charta erklärt. Sie ist Angebot und Verpflichtung unserem Staat und unserer Gesellschaft gegenüber. Dort, wo uns Gott verortet hat, sind wir verpflichtet, unser Bestes zum Wohle aller zu geben. Die gute Tat und das bessere Beispiel lehren mehr als tausend Worte. Unsere Islamische Charta hat sich in der Geschichte des ZMD auch in der Tat bewährt. Der ZMD bietet mit Wort und Tat die Gewähr der Rechtstreue. Darüber hinaus will der ZMD, ohne den Islam zu verbiegen, „ein zeitgenössisches Verständnis der islamischen Quellen, welches dem Hintergrund der neuzeitlichen Lebensproblematik und der Herausbildung einer eigenen muslimischen Identität in Europa Rechnung trägt“, erreichen (siehe Islamische Charta des ZMD §15).

Unsere wichtigste Aufgabe ist es, das muslimische Leben und die islamische Spiritualität in Deutschland zu fördern und den Muslimen die Ausübung ihrer Religion zu ermöglichen und zu erleichtern. Dazu gehören die Berechnung der Gebetszeiten und des islamischen Kalenders einschließlich des Festtagskalenders, das Aufstellen von Regeln für das islamische Schlachten, die Errichtung islamischer Friedhöfe und Begräbnisstätten, die Verbesserung des Koranunterrichts in den Gemeinden und Aufklärungsarbeit in Sachen Sicherheit  und Bekämpfung von Extremismus jeglicher Coleur.

Dort, wo die Gemeinden als Einzelne überfordert sind, übernehmen wir wesentliche Aufgaben, wie zum Beispiel bei der Erstellung von Lehrplänen für den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und die Entwicklung der Didaktik und Unterrichtsmaterialen. Wir beraten unsere Gemeinde und Einzelpersonen in theologischen Fragen durch unserer Fachreferate und Beauftragten der unterschiedlichsten Themen, wie z.B. Frauen und Familie, Religionsunterricht, Dialog, Recht, Tierschutz, Umwelt, Wissenschaftlichen Expertisen, und Mondsichtung. Der ZMD ist Herausgeber von theologisch verbindlichen und von unseren Gelehrten verabschiedeten Positionen z.B. zu Fragen der Präimplantationsdiagnostik(PID), Organtransplantation oder Sterbebegleitung, – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.  Das gemeinsame Bekenntnis und die Pflege des Glaubens steht dabei  im Zentrum unseres verbandlichen Handelns. Wir helfen den Muslimen seelsorgerisch und beim Aufbau ihrer sozialen Einrichtungen innerhalb ihrer Gemeinden, wie z.B. die Gefängnisseelsorge oder Jugendarbeit. Besonders am Herzen liegt uns die Familien-, Frauen- und Elternberatung. Deshalb engagieren wir uns bei der Errichtung und dem Betrieb von Kindertagesstätten bzw. Kindergärten und arbeiten in entsprechenden öffentlichen Gremien mit. Unsere Bildungsarbeit richtet sich neben einer allseitigen islamischen Bildung und Allgemeinbildung auch darauf, selbstverantwortliche, mündige Muslimas und Muslime zu fördern und heranzubilden.

Selbstverständlich sind wir auch Dialog- und Ansprechpartner für die Politik und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen – insbesondere für die Religionsgemeinschaften. Seit nunmehr Jahrzehnten sind wir im christlichen und jüdischem Dialog aktiv.

Der ZMD ist Kooperationspartner vieler staatlicher Stellen, Ministerien und zivilgesellschaftlicher Organisationen und Initiativen. Zu nennen wären die Beteiligung an der "Deutschen Islamkonferenz", am Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin, an Gremien des  Bundesamtes für Integration und Flüchtlinge, den Dialog auf Leitungsebene im Bundeskriminalamt, Deutscher Verfassungstag, des Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT, Forum gegen Rassismus (Bundesinnenministerium), verschiedenen Landesbeiräte (Länder) und Institutionen, wie z.B. das DFI, den Islamischen Religionsunterricht und anderen Islamforen in Deutschland, Schließlich ist hier auf unsere deutschlandweit geachtete und bewährte Informations-und Öffentlichkeitsarbeit hinzuweisen, wie die verschiedenen Internetauftritten wie z.B. „islam.de“ oder „zentralrat.de“, wo diese Informationen und Öffentlichkeitsarbeit stets aktuell aufbereitet werden.

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Islamische Charta

Islamische Charta
Grundsatzerklärung des
Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft.


Jetzt auch auf Englisch erhältlich - From now on available in English:
Islamic Charta in English

Islamische Charta auf französisch:
Charte Islamique

Islamische Charta auf türkisch: Islami Karta

Der Lehrplan (islamischer Religionsunterricht) des ZMD

- beim Sekretariat des ZMD für einen Unkostenbeitrag von 10 EUR (beizulegen in Briefmarken) bestellbar.

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