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Donnerstag, 02.05.2013

29.04.13 ZMD kommentiert in einem Gespräch mit der dpa die jüngste Bertelsmann-Studie zum Islam in Deutschland



Die meisten Deutschen empfinden die Vielfalt der Religionen als Bereicherung, im Islam sehen viele aber eine Bedrohung. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sieht mit den Ergebnissen des «Religionsmonitors» der Bertelsmann Stiftung die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Es gebe in Deutschland «einen strukturellen islamfeindlichen Boden», sagte er am Sonntag, den 28.04.13, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Wie kommt es ihrer Ansicht nach zu den Ängsten der Deutschen vor dem Islam?

Mazyek: «Wir sehen die Gründe in dem seit vielen Jahren vorhandenen Diskurs, wo die Trennschärfe zwischen Islam und Extremismus nicht immer folgerichtig eingehalten wird. Das führt zu Beklommenheit, die wiederum zu Angst und Fremdheit gegenüber der Religion führt, in einer Gesellschaft, die längst - und das deutet ja auch die Umfrage an - multi-kulturell und interreligiös ausgerichtet ist.»

19 Prozent der deutschen Umfrage-Teilnehmer halten auch das Judentum für eine Bedrohung. Gibt es da Parallelen?

Mazyek: «Das hat sicherlich mit den zum Teil grässlich geführten Diskursen vor allen in den einschlägigen rechtsradikalen, aber auch bisweilen a-religiösen Internetforen in Bezug auf die Beschneidungsdiskussion zu tun. (...) Wenn dumpfe Parolen, wenn Rassismus in irgendeiner Weise zugelassen werden gegenüber Minderheiten - egal welche -, dann schlägt sich das auch als gesamtgesellschaftliches Problem nieder. Das heißt: Heute sind es Muslime, morgen können es durchaus andere Gruppen sein, andere Minderheiten. Davor warnen wir immer.»

Was kann die Ängste verringern?

Mazyek: «Aufklären, aufklären, und noch mal aufklären. Die vielen tollen Initiativen, die wir in diesem Land mittlerweile haben, die völkerverständigenden Charakter haben, die interreligiösen Charakter haben, die den Dialog der Kulturen antreiben, dass wir deren Aussagen nicht als Sonntagsreden und als Selbstverständlichkeit annehmen, sondern dass wir diese wesentlich ernster nehmen. (...) Und vor allen Dingen, beim Diskurs mit dem Islam: Klare Kante in Sachen Trennschärfe in Sachen Religion und Extremismus.»


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