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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Sonntag, 26.03.1995

Selbstdarstellung



Der Zentralrat der Muslime ist ein Partner



Die Muslime sind Teil der deutschen Gesellschaft. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland ist Partner im gesellschaftlichen Leben und der Politik. Der Zentralrat geht den Weg des Miteinanders mit anderen Gruppen und Personen der Gesellschaft und lehnt sowohl Abgrenzung als auch Ausgrenzung ab.

Für islamischen Belange ist er: Gesprächspartner, Anlaufstelle und ein einheitlicher Ansprechpartner in Deutschland. Er nimmt Stellung zu wesentlichen Fragen der Gesellschaft im Allgemeinen und der Muslime im Besonderen.



Ein Rückblick



Das deutsche Wirtschaftswunder zog viele ausländische Arbeitskräfte an. Mit den sogenannten Gastarbeitern kamen auch viele Muslime ins Land. Spätestens seit den sechziger Jahren ist der Islam in Deutschland nicht mehr wegzudenken. So, wie die meisten Muslime in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, ist auch der Islam hier heimisch geworden. Mit einem Anteil von ungefähr drei Prozent an der Gesamtbevölkerung sind wir zwar nur wenige. Hinter den Christen bilden wir aber die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland.

Aus den anfänglichen islamischen Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen bildeten sich islamische Gemeinden. Der rasche Wandel der Anforderungen stellte sowohl für die inneren Strukturen der Gemeinden als auch für die Gesellschaft, die Politiker und die Verwaltung unüberschaubare Herausforderungen dar. Aus den Bedürfnissen von "Hinterhofmoschee-Gemeinden", die zunächst nur lokaler Natur waren, wuchsen gemeinschaftliche islamische Belange, die die Grenzen der Kommunen und der Bundesländer überschritten. Fragen, wie beispielsweise die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, die Einrichtung eines geregelten, veterinärmedizinisch überwachten Schlachtbetriebes nach islamischem Ritus oder die Probleme der Muslime der zweiten und dritten Generation können nur noch gemeinsam von den Muslimen angepackt werden.



Schwere Aufgaben



Unterdessen gibt es schätzungsweise mehr als hundertausend deutschstämmige Muslime. Immer mehr ausländische Muslime streben die deutsche Staatsbürgerschaft an. Auch den Muslimen ist mit der Zeit bewußt geworden, daß der Islam eine dauerhafte Religion in

Deutschland geworden ist. Diese rasche Entwicklung bringt für alle Beteiligten Probleme mit sich.

1986 trafen sich deswegen die Vertreter der großen islamischen Dachverbände, Organisationen und Kulturzentren, um sich dieser gemeinsamen Aufgaben zu stellen. Aus unverbindlichen Koordinierungs- und Gesprächskreisen entwickelte sich der Islamische Arbeitskreis, aus dem im Dezember 1994 der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" hervorging.

Es ist sein Ziel, "den islamischen Gemeinschaften in Deutschland zu dienen, den kulturellen und interreligiösen Dialog zu pflegen und sich für eine konstruktive Kooperation zum Wohle der islamischen Gemeinschaft und der ganzen Gesellschaft einzusetzen". (Aus der Präambel des Zentralrates der Muslime in Deutschland.)



Im Miteinander



Der Zentralrat der Muslime in Deutschland versteht sich somit als integraler Bestandteil der pluralistischen Gesellschaft Deutschlands. Er geht den Weg des Miteinanders mit den anderen Teilen unseres Landes und lehnt deswegen Abgrenzungen und Ausgrenzungen ab. Dies gilt sowohl für das Verhältnis des Zentralrates zu nichtmuslimischen Gruppen, wie auch für islamische Gemeinden und Organisationen, die nicht dem Zentralrat angehören.

In seiner breiten Vielfalt tritt der Zentralrat dem häufig den Muslimen gegenüber erhobenen Vorwurf entgegen, daß sie keinen Ansprechpartner unter den Muslimen finden und zu stark zersplittert seien.

Ethische Verpflichtungen



Der Zentralrat ist den ethischen Forderungen des Islams und seiner Lehre verpflichtet. Zur Erfüllung seiner Aufgaben bemüht er sich nach bestem Kräften, sich an die Regeln seiner Religion und Glaubensüberzeugung zu halten. Darüber hinaus sind sich alle, die dem Zentralrat angeschlossenen Vereinigungen auch darin einig, ihre Religion auf dem Boden und im Rahmen der bundesdeutschen Verfassung und im Einklang mit den deutschen Gesetzen zu praktizieren.

Ein Zusammenwirken mit den anderen Gruppen und Institutionen der Gesellschaft ist aber nur auf der Basis gegenseitigen Vertrauens und Achtung und mit beiderseitigem Willen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit möglich. Der Zentralrat ist hierzu bereit.

Um diese Basis zu schaffen, ist es erforderlich, daß sich beide Seiten besser verstehen lernen. Der Zentralrat leistet deswegen Aufklärungsarbeit über den Islam und die Muslime in der Öffentlichkeit - aber auch im Innenverhältnis gegenüber den Mitgliedern über die deutsche Gesellschaft. Feindbilder müssen auf beiden Seiten abgebaut werden.

In diesem Rahmen ist es ein Anliegen, des Zentralrates der Muslime in Deutschland, mit allen Gruppen - insbesondere aber mit den Juden und Christen - in unserem Land einen konstruktiven Beitrag zu leisten und am Aufbau einer neuen ethischen Kultur und eines moralischen Grundgerüstes mitzuwirken. Wir denken konkret aber auch an die Probleme der Jugend, der Arbeitswelt, der sozial Benachteiligten, der alten Menschen oder die Bewahrung der Schöpfung; und es gilt ganz im Sinne unserer Religion, Frieden zu stiften.

Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)



Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist ein Spitzenverband der islamischen Dachorganisationen in Deutschland. Er versteht sich als Diskussions- und Handlungsebene seiner Mitglieder und nimmt die Aufgabe eines Dialog- und Ansprechpartners für den deutschen Staat, die Verwaltung und die anderen Gruppen der Gesellschaft wahr.

Der Zentralrat will die Moscheegemeinden, islamischen Vereine, Verbände und Dachorganisationen weder ersetzen noch mit ihnen konkurrieren, er will vielmehr ihre gemeinsamen Interessen als Gesellschaftsgruppe vor den Behörden vertreten und die Rechte, die ihnen als Religionsgemeinschaft zustehen, in ihrem Namen verlangen.

Dem Zentralrat gehören 19 Dachorganisationen mit vielen hunderten Moscheegemeinden an, die eine breite Masse der Muslime in Deutschland vertreten. Dazu gehören u.a. deutsche, türkische, arabische, albanische, bosnische und persische Muslime.





Derzeitige Mitglieder des Zentralrats



1. Bundesverband für Islamische Tätigkeiten e.V.

2. Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V. (DML BONN)

3. Deutsche Muslim-Liga Hamburg e.V. (DML Hamburg)

4. Haqqani Trust - Verein für neue deutsche Muslime e.V.

5. Haus des Islam e.V. (HDI)

6. Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe e.V. (IASE)

7. Islamische Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime & Freunde des Islam Berlin e.V. (IGDM)

8. Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)

9. Islamische Gemeinschaft in Hamburg (IGH)

10. Islamische Religionsgemeinschaft Berlin

11. Islamisches Zentrum Aachen e.V. (IZA)

12. Islamisches Zentrum Hamburg e.V. (IZH)

13. Islamisches Zentrum München e.V. (IZM)

14. Muslimische Studentenvereinigung in Deutschland e.V. (MSV)

15. Union der in Europäischen Ländern Arbeitenden Muslime e.V. (UELAM)

16. Union der Islamisch Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD)

17. Union der Türkisch-lslamischen Kulturvereine in Europa e.V. (ATIB)

18. Union Muslimischer Studenten Organisation in Europa e.V. (UMSO)

19. Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ)

20. Vereinigung islamischer Gemeinden der Bosniaken in Deutschland e.V. (VIGB)





Vorstand



Vorsitzender: Dr. Nadeem Elyas , Tel. und Fax: 0 24 03 / 2 44 34

Stellvertretende Vorsitzende: Ferya Banaz

Stellvertretender Vorsitzender: Mohammad Aman (Herbert) Hobohm

Generalsekretär: Ibrahim Cavdar

Kassenführer: Wolfgang Borgfeldt (gen. Muhammad Siddiq)



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Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft.


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Islamic Charta in English

Islamische Charta auf französisch:
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