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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.

Donnerstag, 17.11.2016


17.11.2016 Der Zentralrat der Muslime in Deutschland in Deutschland (ZMD) geht präventiv gegen religiös begründeten Extremismus vor

Programm und Kooperationen der nächsten Monate vorgestellt

Im Kontext der jüngsten Razzien gegen neo-salafistischen Vereine und Internetseiten wird derzeit besonders deutlich wie wichtig Prävention und der Umgang mit Radikalisierungsphänomenen in unserer Gesellschaft ist und wie man mit Radikalisierung umgehen sollte. Der ZMD versteht Prävention als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe, worunter Schulen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Kirchen und Moscheen eine besondere Rolle zukommt.

Nach der Auftaktveranstaltung mit mehr als 120 verschiedenen Multiplikatoren in Berlin (12. und 13. März) schreitet in den kommenden Monaten das Projekt "Safer Spaces - Respekt und Teilhabe" mit interaktiven Jugendworkshops deutschlandweit mit den Schwerpunkten Berlin, Hamburg, Bochum und Wuppertal voran. Letzten Sonntag nahmen in Bochum etwa 150 Teilnehmer, meist Jugendliche am interaktiven Vortrag „Loyalität Wem gegenüber bist Du's?" teil.

Bis 2019 werden Fachreferenten und Imame, meist aus dem deutschsprachigen Raum zu den Veranstaltungen eingeladen. In Kooperation mit dem US-Generalkonsulat aus Düsseldorf referiert z.B. der Imam und Prediger Mohamed Magid zum Thema "The effect of extremism on families, radicalization in faith based communities and interfaith dialogue" in englischer Sprache mit Simultan-Übersetzung kommender Woche in Düsseldorf und wird anschließend gemeinsam mit Multiplikatoren des Safer-Sapces-Projekt und Jugendlichen darüber diskutieren.

Ismail Gunija, Mitglied des Organisations-Teams erklärt: „Die Seminare sehen jeweils dann ein Anschlussmodul vor, wo MultiplikatorInnen, Imame und Eltern aus den Gemeinden bei der Früherkennung extremistischer Entwicklungen sensibilisiert und geschult werden. Ein Schwerpunkt liegt in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr im Bereich „social media“.

Zudem bestehen Kooperationen mit dem Präventionsprogramm „Wegweiser in NRW“, die etwa in einer gemeinsamen Veranstaltung noch in diesem Jahr in Wuppertal mündet.

In Planung ist die Begleitung und Evaluierung bestehender Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch zwei renommierte Wissenschaftliche Institute.

Das über das Bundesprogramm "Demokratie Leben" geförderte Vorhaben, setzt sich zum einen für die Stärkung des Selbstbewusstseins der Jugendlichen ein und motiviert sie zum anderen zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe in unserem Land.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates weist abschließend darauf hin: „Die langjährige Erfahrung und religiöse Praxis, insbesondere die Predigten zum Freitagsgebet und Lern-Veranstaltungen u.a. in der Moschee zeigen, dass der Glaube eine immunisierende Wirkung gegen extremistische Strömungen jeglicher Art haben kann. Dieses Potential gilt es nun zielgenauer durch die Schulung von Imamen und Entscheidungsträgerinnen, Lehrer und Lehrerinnen und Moschee-Vorständen einzusetzen.“

Berlin 17.11.2016