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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Donnerstag, 26.12.2002

26.12.02 Der Zentralrat verurteilt den Anschlag auf eine Kirche in Pakistan



Der Zentralrat verurteilt den Anschlag auf eine Kirche in Pakistan

Wieder einmal werden im Namen des Islam Menschen getötet und Gotteshäuser angetastet, dieses Mal mitten in der Weihnachtszeit und während des Weihnachtsgottesdienstes.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist entsetzt über den Handgranatenanschlag auf eine Kirche in der Provinz Punjab in Pakistan, bei dem drei Menschen ums Leben gekommen und mehr als fünfzehn verletzt worden sind. Ein solches Verbrechen steht eindeutig im Widerspruch zur Lehre des Islam, der die Antastung der Gotteshäuser und die Tötung Unschuldiger verbietet.

Alle Religionen garantieren in ihrem Grundelement die Grundrechte der Religionsfreiheit und der ungestörten Ausübung des Glaubens Anderer. Nichtsdestotrotz werden Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel geschändet und zerstört. Anhänger anderer Religionen werden angegriffen, verfolgt und an der Ausübung ihrer religiösen Pflichten gehindert. Oft stehen dahinter nicht nur das Missverständnis der eigenen Religion und der Missbrauch derselben sondern vor allem ungelöste gesellschaftliche und politische Probleme.

Die Führer aller Religionsgemeinschaften sollten ihre Pflicht wahrnehmen, die eigenen Gemeinden zur Einhaltung der friedensstiftenden Ethik ihrer Religionen zu ermahnen und bei der Bildung einer weltweiten Friedenssolidarität zusammenzuarbeiten.

Mit derselben Eindeutigkeit, mit der der ZMD die Rechte der muslimischen Minderheit in Deutschland einfordert, verurteilt er die Verletzung dieser Grundrechte religiöser Minderheiten in der islamischen Welt. Für Verfolgung religiöser Minderheiten, Verhinderung gottesdienstlicher Handlungen und Untersagung des Baus von Gotteshäusern, die meistens politische Hintergründe hat, darf der Islam als Rechtfertigung nicht Missbraucht werden.

Ausgehend von der Islamischen Charta, verpflichtet sich der Zentralrat als Partner gegen derartige Menschenrechtsverletzungen überall und insbesondere in der islamischen Welt.




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