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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.


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Dienstag, 13.11.2001

Zusammenfassung der Rede vom Zentralratsvorsitzender auf Herbsttagung der Bundesakriminalamt vom 13. bis 15. November 2001



Der Islam als friedliche Religion
Dr. Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

Thesenpapier

1. Grundsätzliches
Der Islam trägt den Frieden als Auftrag in seinem Namen.
Er erzieht zum Frieden durch Einbeziehung desselben in seinen Gruß, in das rituelle Gebet, in zahlreiche Bittgebete, in die Namen Gottes, ...
Zu den Kennzeichen des Muslims im Koran gehört die Friedfertigkeit.
Zu den Zielen des Islam gehört das Erreichen des Friedens in drei Ebenen: ...

2. Theoretische Voraussetzungen
Verpflichtung zum Frieden: innerhalb der islamischen Umma, mit den Andersgläubigen und mit der gesamten Menschheitsfamilie
Der Dialog mit den Andersgläubigen ist eine Pflicht, deren Grundsätze und Mittel in der Lehre ausführlich behandelt wurden.
Grundsätze der Menschenrechte als Basis des heutigen Friedens sind auch im Islam als Teil der islamischen Lehre verankert.

3. Was sagt der Islam zum Terrorismus?
Der Islam verbietet Unheilstiftung, Mord, Raub und Geiselnahme.

4. Was sagt der Islam zum Krieg?
Der Islam erlaubt den Krieg zur Selbstverteidigung und zur Bekämpfung von Unterdrückung und Ungerechtigkeit.
Er legt seinen Anhängern strenge Vorschriften während des Krieges fest, zur Verhinderung eines übertriebenen inhumanen Vorgehens.
Der Islam verbietet Massen- und Landschaftsvernichtungsmittel.
Gibt es einen "heiligen Krieg" im Islam?

5. Die heutige Realität
Der Islam ist kein Monolith, dennoch gibt es "den Islam" als Summe der unumstrittenen unveränderlichen Grundsätze der Glaubenslehre und des menschlichen Verhaltens.
Der Islam verpflichtet zur Auslegung seiner Urtexte und zur Anpassung der Lebensweise seiner Anhänger an Gegebenheiten des Ortes und der Zeit. Es entwickelt sich langsam ein Islam deutscher und europäischer Prägung.
Das gewalttätige Verhalten totalitärer Regime und terroristischer Gruppen in der "Islamischen Welt" widerspricht dem Islam.

6. Muslime in der deutschen Realität
Fast alle Muslime in Deutschland verurteilten den Terrorakt in den USA.
Verfolgung der Hintermänner und Zerschlagung des Terrornetzes ist ein legitimes Anliegen.
Der internationale Kampf gegen den Terrorismus wird mit dem Krieg in Afghanistan nicht gewonnen sein. Grundlegende langfristige Anstrengung auf vielen Fronten ist von Nöten.
Befreiung der islamischen Szene in Deutschland von extremistischen Gruppen liegt im Interesse aller Muslime.

7. Der Sozialfriede in Deutschland
Zur Festigung des gesellschaftlichen Friedens und zur Vermeidung gefährlicher Spaltung der Gesellschaft in Krisenzeiten muss folgendes mit Nachdruck versucht werden:
Verstärkte Integrationsbemühungen von beiden Seiten
Planung und Durchsetzung vertrauensbildender Maßnahmen
Beteiligung der Muslime an allen Bereichen des gesellschaftlichen und politischen Lebens
Stärkung der Verbundenheit der Muslime mit der Gesellschaft durch Lösung ihrer alltäglichen Probleme (z.B. Islamischer Religionsunterricht, Schächten, Moscheebau, .. )
Praktische Anerkennung der islamischen Strukturen und Stärkung ihrer Rolle als Bindeglied zur islamischen Basis




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